Wissenschaftskolloquium

Im Sommersemester 2012 findet am Institut für Bildungswissenschaft wieder eine Reihe wissenschaftlicher Gastvorträge statt, die diesmal die Thematik »Erziehung nach Auschwitz« behandeln. Die Kolloquien sollen Studierenden und Lehrenden die Möglichkeit geben, sich am Diskurs über Themen der Bildungswissenschaft und ihrer Nachbarwissenschaften zu beteiligen und sich darüber auszutauschen.
Die Vorträge sind für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Inhaltliches:
Eine »Erziehung nach Auschwitz« muss zu leisten imstande sein, das »zerstörerische Moment der Aufklärung« in sich aufzunehmen, das den Rückfall in die Barbarei zeitigte. Ihr darf die Gesellschaft ebensowenig äußerlich sein, wie dieser der Bruch den Auschwitz hinterließ. Eine solche Erziehung kann heute nur als gesamtgesellschaftliches Projekt begriffen werden und darf nicht allein der Pädagogik überantwortet werden.
Wann: 18.15 bis 19.45 Uhr
Wo: Institut für Bildungswissenschaft, Akademiestr. 3, Hörsaal 005
Für Studierende ist dem Kolloquium ein Tutorium zugeordnet, das der Vor- wie Nachbereitung der Vorträge dient. Hier werden Texte zum Thema gelesen und über diese referiert. Das Tutorium findet am 18.4. und 25.4. sowie jeweils vor den Vorträgen von 16.15 bis 17.45 Uhr statt. Ein detaillierter Seminarplan ist auf der Lernplattform moodle vorzufinden.
16. Mai 2012, 18.15 bis 19.45 Uhr
Bertram Noback: Der Umgang mit der NS-Zeit heute - haben wir Auschwitz überwunden?

Für die deutsche Gesellschaft zählte „Auschwitz“ zu den „Gründungsmythen“, was sich nicht zuletzt in Adornos berühmt gewordenen Ausführungen „Erziehung nach Auschwitz“ äußerte. Doch wie ist dies heute? Haben die zeitliche Distanz und die sich wandelnde deutsche Gesellschaft (z.B. Migrationsgesellschaft, Globalisierung) zur Folge, dass „Auschwitz“ „überwunden“ ist? Diese Problematik soll in dem Beitrag am Beispiel schulischen Umgangs mit der NS-Vergangenheit erörtert werden, wobei insbesondere auf die den Diskurs prägende Positionen und mögliche Konzepte aus der pädagogischen Praxis eingegangen wird.
Bertram Noback ist Lehrer am Hölderlin-Gymnasium in Heidelberg mit den Fächern Geschichte, Philosophie/Ethik, Gemeinschaftskunde und Deutsch. Außerdem ist er Lehrbeauftragter am Institut für Bildungswissenschaft mit den Forschungs-schwerpunkten Holocausteducation, Erinnerungskultur, Geschichtsdidaktik, Geschichte der Pädagogik, Demokratiepädagogik und Medienpädagogik. Er promoviert über den schulischen Umgang mit der NS-Zeit.
Termine:
02. Mai: Marco Brenneisen 
16. Mai: Bertram Noback 
30. Mai: Detlev Claussen 
13. Juni: (N. N.) 
17. Juni: Astrid Messerschmidt 
Presseecho:
Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtete am 27. Januar 2012 über den Vortrag des Wissenschaftskolloquiums vom 12. Jan. 2012: Bericht lesen (Quelle: RNZ, Heidelberger Ausgabe v. 27.01.2012, S. 7)
Kontakt:
Henning Gutfleisch, Johanna M. Gaiser
wisskoll@ibw.uni-heidelberg.de